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Spielabhängigkeit

Wenn Spielen zur Krankheit wird

Glücksspielabhängigkeit ist der krankhafte Überkonsum von Glücksspielen. Man spricht von Abhängigkeit, wenn das Glücksspiel zur Besessenheit wird, zum alles beherrschenden Mittelpunkt des Lebens. Betroffene investieren zu viel Zeit und Geld, sie vernachlässigen andere Lebensbereiche wie Familie, Freizeitinteressen oder Beruf. Sie spielen, um sich zu stimulieren („nowism“) oder um Gedanken an Belastendes oder Unangenehmes auszublenden („escapism“). In einem meist mehrjährigen Prozess verlieren glücksspielabhängige Menschen zunehmend alle sozialen Bindungen sowie Selbstachtung und Selbstvertrauen.

Mehrjähriger Prozess

Sehr häufig wird Glücksspielabhängigkeit durch ein kritisches Lebensereignis, wie zum Beispiel den Verlust des Lebenspartners oder des Arbeitsplatzes, ausgelöst. Für den Betroffenen entsteht eine Situation, in der der Wunsch des „Raus-aus-dem-was-jetzt-ist“ („escapism“) übermächtig wird und er verstärkt versucht, Ablenkung zu finden. Dabei wird Glücksspiel in zunehmend abhängiger Weise konsumiert und rückt immer mehr in den Mittelpunkt des Lebens. Beschrieben wird die Abhängigkeit mit einem intensiven, kaum kontrollierbaren Spieldrang; die bildliche Vorstellung des Spielvorganges und seiner Begleitzustände beherrschen die Gedanken.

Eine aktuelle Studie (Kalke et al., 2015) geht davon aus, dass etwa 1,1 % der österreichischen Bevölkerung zwischen 14 und 65 Jahren betroffen sind.

Besonders gefährdet sind Jugendliche und junge Erwachsene.

Jugendliche sind mitunter Grenzgänger, sie überschreiten manchmal Grenzen, um letztlich ihre eigenen Grenzen finden zu können. Wenn beim Spielen die Grenzen regelmäßig überschritten werden, ist die Gefahr der Entwicklung einer Abhängigkeit besonders groß.


Anzeichen des pathologischen Spiels

Univ.-Prof. Dr. Christian Haring, Leiter der Beratungsstellen sucht.hilfe BIN in Tirol, gibt im folgenden Video einen Einblick in die Entwicklung von Glücksspielabhängigkeit, wobei er auf die Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO; ICD-10 F63.0) Bezug nimmt.

Gefahrenpotenzial

Dr. Izabela Horodecki, Leiterin der Spielsuchthilfe in Wien, und Univ.-Prof. Dr. Christian Haring, Leiter der Beratungsstellen sucht.hilfe BIN in Tirol, beschreiben im folgenden Video die sozialen Zusammenhänge von Glücksspielabhängigkeit.